Porsche drohte Insolvenz – Finanzloch noch immer riesig
Wie das Nachrichtenmagazin „Stern“ auf seinem Onlineportal schreibt, stand der Sportwagenbauer Porsche kurz vor der Insolvenz. In der Buchhaltung des Stuttgarter Premium-Konzern klaffe noch immer ein riesiges Finanzierungsloch, das nun mit fremdem Geld gefüllt werden muss. Wer dieses aufbringen soll, ist momentan noch ungeklärt. Porsche soll in Verhandlungen mit verschiedenen potentiellen Geldgebern stehen, darunter die staatliche Förderbank KfW. Laut einer Meldung der dpa erhielt das finanziell auf wackligen Beinen stehende Unternehmen bereits vor wenigen Tagen einen Kredit über 750 Millionen Euro bei der Bank of Tokyo.
Die Nachrichtenmagazine „Spiegel“ und „Focus“ hatten berichtet, dass der Niedergang der einst stolzen Vorzeige-Automarke nur durch einen finanziellen Kraftakt des VW-Konzerns verhindert werden konnte: Dieser hätte Porsche einen Überbrückungskredit über 700 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Der Haken daran sei aber, dass Porsche die Geldsumme innerhalb von sechs Monaten zurückzahlen muss. Um den Geschäftsbetrieb garantieren zu können, will Porsche seine Kreditsumme auf insgesamt 2,5 Milliarden Euro erhöhen.
Ende März erst hatte Porsche eine Kreditlimite von zehn Milliarden Euro abgeschlossen. Wie das Nachrichtenmagazin „Stern“ unter Berufung auf „Spiegel“-Informationen schreibt, habe Porsche-Chef Wendelin Wiedeking von der finanziell prekären Situation lange nichts gewusst. Die massive Verschuldung ist auf die Beteiligung an Volkswagen zurückzuführen: Porsche ergatterte sich im Januar 51 Prozent am Wolfsburger Konzern. Durch diese Maßnahme präsentierte sich dem Stuttgarter Autobauer plötzlich eine Nettoverschuldung von neun Milliarden Euro. Aktueller Stand der Dinge ist, dass Porsche Europas Autoriesen VW nun doch nicht übernehmen möchte, sondern sich einen eigenen Platz in der VW-Struktur schaffen will.