10th Juni 2009

Automarkt steht auf wackligen Füßen

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Dem internationalen Automarkt steht ein gewaltiges Erdbeben bevor: In Deutschland steckt der renommierte Sportwagenbauer Porsche laut einem „Stern“-Bericht in einem finanziellen Dilemma und sieht sich mit einem Schuldenberg von neun Milliarden Euro konfrontiert, für dessen vorübergehende Tilgung nun verschiedene Geldgeber einspringen müssen. Noch mehr Ungemach droht Opel: In zähen Verhandlungen wird darüber debattiert, wie mit dem Rüsselsheimer Autobauer vorgegangen werden soll. Offenbar hegt der Bund die Befürchtung, dass das Pumpen von Milliarden in den krisengeschüttelten Autohersteller nicht die erwartete Rettung bringen werde. Laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“, zieht Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sogar eine „geordnete Insolvenz“ in Betracht. CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer warnte im gleichen Artikel davor, „unverantwortliche Risiken auf den Steuerzahler abzuwälzen“.

Ein noch bedrohlicheres Bild präsentiert aktuell der US-Automarkt: Laut einem „Welt Online“-Bericht droht General Motors in den kommenden Tagen die endgültige Insolvenz. Der ehemalige Vorzeige-Autobauer, der unter seinem Dach amerikanische Traditionsmarken wie Cadillac, Pontiac oder Chevrolet, aber auch Opel beheimatet, steht wie kein anderes Unternehmen für den Niedergang der globalen Autoindustrie. Wer sich noch ein Neuwagen sichern will, muss sich sputen. Zukünftig gibt es die einst so stolzen Modelle nur noch als Gebrauchtwagen. Der Untergang des darbenden Mutterkonzerns würde die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass auch Opel in den definitiven Abgrund gerissen würde.

Wie geht es nach der Insolvenz weiter?

Mit dem Aus renommierter Premium-Marken, erhielte auch der „American Way of Life“ eine saftige Ohrfeige: Stets als Maßstab für wirtschaftliche Stärke betrachtet, als Zeichen für Erfolg, Macht und Reichtum, glitten die „fetten Ami-Schlitten“ jahrelang über die breiten Straßen der Vereinigten Staaten. Es gab kaum jemand, der dem größenwahnsinnigen Treiben ein Ende setzen wollte, der nicht Teil dieser arrogant anmutenden Lifestyle-Bewegung sein wollte, alle waren sie fasziniert davon, ihrem Status irgendwie Ausdruck zu verleihen, sei es mit einem protzigen Auto, einer überdimensionalen Uhr oder – ganz pompös – einer Villa am Strand.

Wie tief General Motors gefallen ist, beweisen die von „Welt Online“ abgedruckten Zahlen: Auf 27 Milliarden Dollar hat sich der Schuldenberg angehäuft, das Schicksal von GM liegt einzig in der Hand von Zehntausenden von Gläubigern. Wollen sie den größten Automobilkonzern der Welt am Leben erhalten, müssen sie auf eine Milliardensumme verzichten. Dafür würden die Gläubiger zehn Prozent am Konzern erhalten. 90 Prozent der Gläubiger müssten sich mit dieser Option einverstanden geben. Dies scheint unwahrscheinlich, daher wird der Insolvenzantrag in den nächsten Tagen erwartet.

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