Das Ende der AU-Plakette
Ab dem Januar 2010 wird die AU-Plakette am Nummernschild abgeschafft. Dies liegt in einer Reform der Europäischen Gemeinschaft begründet. Wer sich jetzt darauf freut, dass er sich in Zukunft die Kosten für die Abgasuntersuchung (AU) sparen kann, irrt jedoch.
Zwei Untersuchungen, ein Datum
Ab dem ersten Januar 2010 wird die AU nicht mehr als Eigenständige Untersuchung angesehen, sondern wird in die Hauptuntersuchung (HU) integriert. Als Bestandteil der HU kann die AU nun also nicht zu einem anderen Zeitpunkt durchgeführt werden.
Bislang wurde ein Messverfahren angewandt bei dem ein Sensor in den Abgastrakt eingeführt und ein Schlauch darüber gestülpt wurde. Diese Methode wird nun ersetzt. Zum Ablesen der Abgaswerte kommt nun die On-Board-Diagnose (OBD) zum Tragen. Die OBD ist bei modernen Fahrzeugen bereits integriert. Das System erfasst alle abgasrelevanten Systeme sowie eine Reihe anderer Komponenten und speichert etwaige Fehler dauerhaft. Sie wird übrigens bereits seit April 2009 praktiziert. Das ganze bezieht sich allerdings nur auf Autos, die ab Januar 2006 zugelassen wurden. Auch wird es für derartige PKW keine Messprozedur mit Vollgasanteil bei Dieselfahrzeugen mehr geben, die als fragwürdig gilt.
Doch das Schlauchverfahren ist nicht ganz tot. Wenn beim Auslesen des „Readiness-Codes“ über den ODB-Stecker Fehlermeldungen auftreten oder wenn es zu Störungen bei der Verbindung mit dem Diagnosegerät gibt, muss dennoch das Schlauchverfahren angewandt werden. Der Readiness Code zeigt an, ob die Abgasrelevanten Bauteile des Autos, durch die OBD Methode geprüft worden sind. Kommt auch die Schlauchmethode nicht zu verwertbaren Ergebnissen, muss die Messung beendet und das Fahrzeug in einer Werkstatt überprüft und gegebenenfalls repariert werden. Ist der Fehler behoben, kann die Prüfung wiederholt werden. Danach erhält der Wagen die neue HU Plakette.
Bei alten PKW ändert sich nichts
Alle Fahrzeuge, die vor Januar 2006 gebaut worden sind, werden weiterhin zur alten AU Prüfung gebracht Auch weiterhin kann die Abgasuntersuchung bei einer autorisierten KFZ-Werkstatt durchgeführt werden. Nach Bestehen der Prüfung händigt sie dem Halter die Bescheinigung aus. Danach fährt der Fahrer zur amtlichen Prüfstelle und lässt, nach Vorzeigen der Bescheinigung, die Hauptuntersuchung durchführen. Wie in den Jahren zuvor, wird es auch in Zukunft einen Prüftag geben, an dem ein TÜV-, Dekra-, oder GTÜ-Sachverständiger in viele Werkstätten kommt und die Fahrzeuge dort überprüft. Sind keine besonderen Mängel am Fahrzeug zu beanstanden, wird nun eine Plakette am hinteren Nummernschild angebracht. Auf dem vorderen Nummernschild fehlt dann der AU Aufkleber.
Die Preise bleiben unterdessen auf gleichem Niveau. Die Schlauchmethode kostet rund 77 Euro und die Komplettuntersuchung mit OBD-Stecker rund 65 Euro.