Verbrennungsmotor hat noch immer Sparpotential
“Auch wenn alle Welt derzeit vom Elektroauto spricht oder die Brennstoffzelle herbeisehnt, wird der Verbrennungsmotor noch mehr als 20 Jahre lang den Ton angeben”, so die Meinung von Michael Mack, Unternehmenssprecher bei Bosch. Tatsächlich sind viele alternative Antriebe bei weitem noch nicht serienfähig oder eine echte Konkurrenz zum Verbrennungsmotor und auch die immer stärker verbreiteten Hybridmotoren sind, zumindest teilweise, von herkömmlichen, endlichen fossilen Kraftstoffen abhängig. Um dennoch modernen Umweltstandards und Ökonomie gerecht zu werden, wird fleißig weiter an Methoden und Technologien getüftelt, die den Spritverbrauch senken, ohne allzu stark die Motorleistung zu drücken. Variable Ventilsteuerung, Turbolader, Direkteinspritzung, Start-Stopp-Automatik, Thermomanagement und ähnliche Entwicklungen sorgen neben der Verringerung des Hubraums für eine effizientere Energie-Ausbeute.
Hersteller setzen auf unterschiedliche Strategien
Fiat verwendet seit kurzem die sogenannte Multi-Air-Technologie, die aufgrund einer vollvariablen Ventilsteuerung keine Nockenwelle mehr benötigt und auf diese Weise bei 10 Prozent Leistungsgewinn bis zu 25 Prozent weniger Kraftstoff verbraucht, was auch den Schadstoffausstoß in ähnlicher Größenordnung absenkt. Die tschechische VW-Tochter Skoda bietet beispielsweise künftig einen 1,2-Liter Turbomotor mit Direkteinspritzung (TSI) an, der bei einer Leistung von 105 PS und einem Drehmoment von 175 Newtonmetern in einem Kleinwagen wie dem Polo nur sparsame 5,3 Liter benötigt. Kritik äußerte Volkswagen allerdings an einer anderen Tochter: Audi würde sich in seiner Modellpolitik zu wenig auf den eigenen Slogan „Vorsprung durch Technik“ besinnen. Im Gegensatz zur Konkurrenz von Mercedes und BMW würde die Entwicklung von Hybridvarianten der eigenen Modelle sträflich vernachlässigt. So käme ein Hybrid des neuen A8 nicht vor 2011 in den Handel und auch für den A2 gebe es bisher kein Nachfolge-Konzept. Ford setzt im nächsten Jahr mit seinen Ecoboost Motoren ebenfalls auf die Kombination aus Turbolader und Direkteinspritzung für mehr Leistung bei geringem Durst. Neue Wege in puncto Effizienzsteigerung gehen unterdessen Mercedes-Benz und Mazda. Während Mazda anstatt einer Aufladung mittels Turbo auf Optimierung von Verbrennungsverlauf und Reibungswiderständen setzt, schalten die Stuttgarter im Teillastbetrieb einfach komplette Zylinder ab. Aus dem V8 wird so ein genügsamer 4-Zylinder, der erst bei größeren Anforderungen sein volles Hubraum-Potential auspackt.