Eine Legende kehrt zurück
Die Königsklasse des automobilen Rennsports ist in heller Aufregung. Seitdem offiziell bestätigt wurde, dass Rekord-Weltmeister Michael Schumacher wieder zum Rennzirkus zurückkehrt, beschäftigen sich alle einschlägigen Medien mit dem Comeback des 41-Jährigen und vor allem mit der Frage: kann Schumi es den jungen Wilden noch einmal zeigen und wieder Weltmeister werden?
Schumacher ist der erfolgreichste Fahrer bisher
Dafür sprechen seine große Erfahrung, sein Ehrgeiz und seine hochprofessionelle und disziplinierte Arbeitsweise. Auch, dass er seit seinem Ausstieg aus der Formel 1 weiterhin als Testfahrer für Ferrari und als Rennfahrer in der deutschen Motorrad Amateur-Serie IDM aktiv war, könnte sich als wichtig erweisen. Zwar sind Motorrad-Rennen, an denen Schumacher mehrfach teilnahm, im Bezug auf das fahrerische Können nicht mit der Formel 1 zu vergleichen, allerdings hielt Schumi sich und seine Reflexe dadurch fit, weshalb er sich weniger “eingerostet” fühlen dürfte als andere Rückkehrer, die in ihrer Abwesenheit weniger aktiv waren. Nicht zuletzt wird der Kerpener in der kommenden Saison mit einem der am besten ausgestatteten und prestigereichsten Teams zusammenarbeiten.
Mit dabei, sein alter Renn-Ingenieur Ross Brawn, mit dem er bei Benetton und Ferrari insgesamt sieben Weltmeister-Titel gewinnen konnte. Brawn ist mittlerweile Teamchef im Camp der Mercedes Silberpfeile. Was gegen eine erneut erfolgreiche Renn-Saison Schumis spricht sind sowohl sein Alter als auch die seit seinem Ausstieg geänderten technischen Vorschriften und die damit zusammen hängenden Fahrzeugveränderungen. Jedoch kam es auch während seiner aktiven Zeit immer wieder zu Änderungen im Reglement, mit denen er sich meist ohne größere Schwierigkeiten arrangieren konnte. Der Wettbewerb mit seinen wesentlich jüngeren Konkurrenten könnte darüber hinaus eher für größere Motivation denn Frustration bei ihm sorgen, schon sein zukünftiger Teamkollege Nico Rosberg hatte angekündigt, nicht gegen den Rekord-Champion zurückstecken zu wollen.
Das Comeback
Die Entscheidung Schumachers, wieder ins Cockpit zurückzukehren wurde maßgeblich durch den Unfall des Ferrari-Piloten Felipe Massa im Sommer letzten Jahres beeinflusst. Damals war Schumacher als möglicher Ersatz für den schwer verletzten Brasilianer gehandelt worden. Nach eigener Aussage habe er sich sehr darauf gefreut, für Massa einzuspringen. Eine noch nicht ausgeheilte Verletzung an der Halswirbelsäule, die von einem Motorrad-Unfall im Februar des gleichen Jahres stammte, verhinderte jedoch Schumachers Teilnahme an den letzten Rennen der Saison.
Die Freude auf seinen neuerlichen Einsatz in der Formel 1 Hatte Michael Schumacher aber offenbar Blut lecken lassen. Als dann sein ehemaliger Stratege und Freund Ross Brawn das Mercedes-Team übernahm, ließ Schumi sich von seinen vertraglichen Pflichten bei Ferrari entbinden und kündigte schließlich sein Comeback für die Saison 2010 an. Sein Vertrag läuft zunächst auf drei Jahre. Erklärtes Ziel der lebenden Rennsport-Legende ist es, in dieser Zeit wieder Weltmeister zu werden.