Ford – vom Modell T bis heute
Ford ist der weltweit viertgrößte Automobilhersteller mit Sitz in Dearborn, Michigan. Henry Ford gründete im Jahre 1903 seine erste Fabrik, 1913 wurde die Güterproduktion am Fließband durch Fords Fabrik populär und beeinflusste damit die gesamte Autoindustrie. Die 1903 mit einem Startkapital von 28000 $ gegründete Fabrik in Detroit stellte in den ersten beiden Jahren gut 1700 Stück her.
Am Anfang wurde nur eine Handvoll Autos hergestellt, Gruppen von höchstens drei Männern bauten die von Fremdfirmen gelieferten Teile zusammen. Ab 1908 wurde eines der bekanntesten Fordmodelle die „Tin Lizzy“ besser bekannt als Ford Modell T hergestellt. Aufgrund der immer stärker zunehmenden Fließbandproduktion konnte die Montagezeit einer Autokarosserie von zwöf auf anderthalb Stunden reduziert werden. 1918 war jedes zweite Auto in den USA ein Ford T. Bis zum Jahr 1927 wurde das T-Modell produziert, über 15 Millionen Stück davon wurden weltweit verkauft, diese Produktionszahl konnte erst in den 70er Jahren vom VW Käfer übertroffen werden.
Im Jahr 1919 wurde Edsel Ford neuer Konzernchef, sein Vater übte aber trotzdem noch Einfluss auf das Management des Unternehmens aus. In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts verlor Ford Marktanteile, da im Gegensatz zur Konkurrenz wie General Motors die Autos für jeden Arbeiter leistbar bleiben sollten. Da GM und andere Konkurrenten jedoch besser ausgestattete und luxuriösere Modelle herstellten, hatte Ford in den zwanziger Jahren mit Verlusten zu kämpfen. Ab 1917 produzierte Ford unter dem Markennamen Fordson auch Traktoren, ab 1964 wurden auch die Traktoren unter dem Namen Ford produziert, durch den Einkauf verschiedener Landmaschinenhersteller wurde die Landmaschinensparte stetig erweitert. Im Jahr 1991 verkaufte Ford jedoch die gesamte Sparte für Landmaschinen an Fiat.
Im Zweiten Weltkrieg stellte Ford auch unter Lizenz Bomberflugzeuge vom Typ B24 her, nachdem im gesamten Krieg über 8000 Flugzeuge von Ford produziert wurden, wurde mit Kriegsende 1945 die Produktion von Flugzeugen eingestellt. Im Jahr 1955 wurde die Gesellschaftsform schließlich zu einer Aktiengesellschaft umgewandelt. Ab den fünfziger Jahren stellte Ford Nutzfahrzeuge her, ab 1973 gab es zwei verschiedene Modelle von Lastwagen die für den europäischen Markt vorgesehen waren. Seit Ende der 80er Jahre produziert Ford keine Lastwagen mehr für den europäischen Markt. Im Jahre 1989 kaufte Ford schließlich die britische Marke Jaguar auf, 1999 wurden die Produktions- und Markenrechte von Volvo aufgekauft.
Fords Geschichte in Deutschland
In Deutschland wurde 1925 die Sperre der Einfuhr ausländischer Kraftfahrzeuge aufgehoben, im Jahr 1925 wurde Ford in Berlin ins Handelsregister eingetragen. Ab 1926 begann auch in Deutschland die Produktion von T-Modellen. Ab 1939 hieß Ford in Deutschland Ford Werke AG. Nachdem die deutschen Fordwerke im Zweiten Weltkrieg von deutschen Truppen besetzt war und unter deutscher Aufsicht standen, wurden die Fordwerke in Deutschland im Zweiten Weltkrieg ebenfalls immer wieder bombardiert. Die Wehrmacht setzte im Krieg Lastwagen und Halbkettenfahrzeuge ein die in den besetzten Fordwerken hergestellt wurden.
Nach Ende des Krieges kam Ford Deutschland wieder unter die Hoheit des amerikanischen Ford Konzerns. Ab 1948 wurden in Deutschland wieder zivile Fahrzeuge von Ford produziert. Im Jahre 1965 produzierte der Konzern alleine in Deutschland 65000 Fahrzeuge. Nach wie vor werden in deutschen Fordwerken über eine Million Fahrzeuge jährlich produziert, rund 29000 Menschen sind bei Ford Deutschland beschäftigt.