19th April 2010

Schumi-Comeback: Zuviel vorgenommen?

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Platz 10 der Fahrerwertung, 40 Punkte Rückstand auf den jüngeren Teamkollegen, bisher weder eine Pole-Position noch ein Podiumsplatz. Nach den ersten Rennen der Formel 1-Saison 2010 sieht die Bilanz des Rekord Weltmeisters (7 Titel) eher nüchtern aus.

Schumi weiß, dass die Erwartungen an ihn enorm groß sind, er weiß, dass es viel zu tun gibt und dass seine bisherigen Leistungen weit hinter diesen Erwartungen zurückliegen. Erwartungen, die nicht er selber geschürt hat, die vielmehr aufgrund seiner beispiellosen Karriere auf seinen Rücken geschnallt wurden. Schon vor dem ersten Rennen mahnte Schumacher deshalb zur Vernunft, sprach zwar vom Ziel der WM, zeichnete dies aber als ein langfristiges Vorhaben und nicht als Spaziergang aus. Ein Pilot vom Format eines Michael Schumacher weiß ganz genau, dass 3 Jahre in der Formel 1 Welten bedeuten – ganz unabhängig von körperlichen Alterserscheinungen. Neue Strecken, verändertes Reglement, andere Autos und ein gewisses Maß an “Einrostung” stehen zweifellos auch einem “Über”-Fahrer wie Schumi im Weg. Die wesentlich geringeren Testmöglichkeiten zögern zudem die für ihn so wichtigen Maßnahmen zur Feineinstellung des Autos heraus. Schumi fährt also zunächst einmal im Mittelfeld mit und hat, seiner eigenen Aussage nach, viel Spaß dabei.
Kein Wunder, meine ich, sind doch diese ersten Rennen für ihn die Gelegenheit, erst einmal mit den neuen Bedingungen vertraut zu werden, Informationen für sein optimales Setup zu sammeln.
Einen 7-fachen Weltmeister nach 3 Jahren Pause abzuschreiben, weil er in den ersten 4 Rennen noch keinen Sieg geholt hat, halte ich absolut für verfrüht. Erinnern wir uns an seine ersten Jahre bei Ferrari, als er ebenfalls hinterherfuhr und auch damals die Presse über ihn herfiel, seine Entscheidung zur Scuderia zu wechseln als größten aller Fehler hinstellte. Nachdem Auto und Team schließlich so funktionierten wie Schumi es brauchte, fuhr die Konkurrenz wieder hinterher und er wurde zum Nationalheld – sowohl in Deutschland als auch in Italien.

Wieder machen sich jetzt die “Fachleute” aus der Presse über den ausbleibenden Erfolg lustig, dieses Mal ist sein Alter schuld, er könne einfach mit den jungen Wilden nicht mehr mithalten, heißt es. Vielleicht ist das so, vielleicht ist Schumi wirklich nicht mehr hungrig genug, immerhin hat er in der Königsklasse alles erreicht, mehr als jeder andere Fahrer der Geschichte. Vielleicht stecken ihm seine Unfälle auf dem Motorrad zu sehr in den Knochen und er hat an Biss verloren. Vielleicht…

Ich glaube, wir werden von dem alten Herren noch einiges hören. Ein Blick auf seine Karriere zeigt eindeutig: Schumi gibt nicht einfach auf, dieser Mann ist vom Ehrgeiz getrieben, lässt sich auch von schweren Unfällen nicht aufhalten und hat vor allem neben der fahrerischen Erfahrung das nötige Know-How, sich selbst ein Auto abzustimmen, dass genau das tut, was er von ihm verlangt. Auch Schumacher weiß das, deshalb gibt er sich nach wie vor gelassen, wenn er auf die mittelmäßigen Ergebnisse angesprochen wird.

This entry was posted on Montag, April 19th, 2010 um 15:51 and is filed under Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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